Warten kann ab jetzt mehr Spaß machen: Die Berliner Agentur Extrajetzt hat zusammen mit dem Institut Hyperwerk an der Fachhochschule Nordwestschweiz ein Konzept entwickelt, um Wartesituationen an belebten Plätzen attraktiver zu gestalten.
Das Konzept „RaveSnake“ basiert auf dem Videospiel/Handyspielklassiker „Snake“ und nutzt die weltweit erste Bluetooth-Fernsteuerung für „Public Playing“. Riesige Bildschirme werden so mit dem eigenem Handy zur Spielfläche. Bei Ravesnake können im Unterschied zum Original bis zu sieben Mitspieler gleichzeitig spielen.
Wer mitspielen möchte, lädt via Bluetooth die nur 20 Kilobyte große Applikation auf sein Handy. Anschließen kann der Spieler seine eigene Spielfigur erstellen und sich zur nächsten Partie anmelden. Über die Nummerntasten oder den Joystick des Mobiltelefons kann die Richtung der Spielfigur verändert werden. Bei Kollisionen mit einer anderen Spielerfigur oder der Spielfeldbegrenzung wird der Vibrationsalarm am Handy ausgelöst. Jener Spieler, der nach Ablauf der Zeit die längste Schlange hat gewinnt.
Ravesnake wurde 2007 erstmalig auf der Jugendmesse YOU in Berlin getestet. Mit Erfolg: In drei Messetagen fanden 400 Multiplayer-Partien statt, das Spiel wurde 4000 Mal heruntergeladen.
Public Playing ist eine wunderschöne Kombination der Kanäle Out-of-Home, Mobile und Online Media. Beim Spielen auf einem zentralen Großbildschirm entsteht kurzfristig eine Community aus einander fremden Mitspielern, die sich allerdings alle im unmittelbaren Umfeld des zentralen Bildschirms befinden. Viele öffentliche Plätze sind bereits jetzt mit Großbildschirmen ausgestatten und könnten technisch gesehen für Public Playing genutzt werden. Aber auch für Messestände oder Events bietet Public Playing viel Potenzial. Vorraussetzung ist natürlich das richtige Spielkonzept.
„Der Kreativität sind hinsichtlich des Spielkonzeptes zunächst einmal nur wenige Grenzen gesetzt“
David Rowald, Creative Partner von Extrajetzt.
„Uns steht die Rechenleistung eines modernen PC’s zur Verfügung, da mit dem Mobiltelefon lediglich der Spielcharakter individualisiert wird und die Steuerbefehle übertragen werden“
Martin Fleck, Hyperwerk.
Wie so ein Konzept aussehen könnte, zeigt das Projekt „Olympiaction – Dabei sein ist alles“ das in Partnerschaft von Ströer DERG Media, Jost von Brandis und Extrajetzt entstanden ist. Mit dem Projekt wollen die Partner die olympischen Spiele vom 8. bis zum 24. August 2008 in Deutschlands größte Bahnhöfe bringen. Auf Großbildschirmen können sich dann Reisende und Bahnhofsbesucher in den Disziplinen Schwimmen, Turnen, Leichtathletik und den verschiedenen Kampf-, Kraft- und Ballsportarten messen.
Wer RaveSnake einmal selbst ausprobieren möchte, hat übrigens im Oktober während des Media Facades Festivals in Berlin die Chance dazu.
Hmmm, dieser Case ist etwas komplizierter. Stellt Euch vor, Ihr stoßt auf eine Print-Anzeige mit lauter pixeligen Kästchen und dem Aufruf, eine Software auf dem Handy zu installieren. Mit der Software soll dann das Geheimnis dieser Kästchen gelüftet werden.
Gesagt, getan, Ihr ladet Euch das Programm ‘runter und – schwups – erscheint auf der Tageszeitung eine 3D-Animation eines Geparden, die sich abhängig vom Blickwinkel auch noch dreht. Sichtbar ist der Gepard aber nur durch Eure Handykamera. Dieses “Ich sehe, ’was was Du nicht siehst” nennt sich Augmented Reality
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Klar, da sind viele Hürden dabei, damit die Leser tatsächlich mitmachen. Einfach so Software ’runterladen – wer macht das schon! Aber in diesem Fall konnte sich der Wellington Zoo wohl auf die Mundpropaganda verlassen und es hat geklappt: 32 Prozent mehr Besucher während der Kampagnenzeit. Möglich wird diese Zauberei durch das Zusammenspiel der Software und einer Orientierungsmarke in der Zeitungsanzeige. Solange die Nutzer ihr Handy über dieser Marke halten, dreht sich das Tier auf ihrem Handy in die jeweilige Richtung.
Diese Augmented-Reality-Kampagne zeigt besonders schön, wie ein altes Medium, die lokale Tageszeitung (mit einer Reichweite von 750.000 Menschen), mit den innovativen Möglichkeiten eines Handys verknüpft werden kann.
Die Technik basiert auf der Entwicklung des HITlabs der University of Canterbury in Christchurch NZ und wurde kreativ vonSaatchi & Saatchi und der HyperFactory für den Wellington Zoo eingesetzt.
